Ananas heißt auf türkisch ananas, Roman heißt roman, und Reklame heißt reklam. Zugegeben: Ich habe mir beim Lernen dieser Vokabeln nicht gerade ein Bein ausgerissen. Doch die Mehrzahl der türkischen Wörter lässt sich nicht so leicht merken oder herleiten.
Und dann gibt es noch die ganz schlimmen Fälle: Wörter, die in beiden Sprachen genau gleich geschrieben werden, aber halt leider nicht das Gleiche bedeuten. Wer dabei nicht so dumm aus der Wäsche gucken möchte wie ich, sollte daher auf die folgenden Übelsetzungen achten.

Sahne

Als ich dieses Wort zum ersten Mal auf einem Schild in der Straße gesehen habe, dachte ich: Da gibt es halt Kaffee mit Kuchen und Sahne! Das türkische „Sahne“ heißt allerdings übersetzt Bühne und hat daher mit Kaffeekränzchen nichts zu tun.

Öl

Für türkische Muttersprachler*innen müssen unsere Flaschen mit Oliven-, Sonnenblumen-, und Raps-Öl sehr dramatisch aussehen. Denn das Wort bedeutet im Türkischen: „Stirb!“ Wenn man also hardcore kochen will, immer viel Öl verwenden.

Banane

Das deutsche Banane wird genauso geschrieben wie „Bana ne“, was so viel heißt wie: „Mir doch egal“. Die richtige Übersetzung von Banane ist im Türkischen übrigens „Muz“ (gesprochen: Mus). Kann das Zufall sein? Mir egal.

Armut

Armut kann man kaufen: Und zwar in der Obst- und Gemüseabteilung. Dieses türkische Wort heißt nämlich auf deutsch Birne.

Reis

Im türkischen Supermarkt war ich begeistert, eine unendliche Auswahl an Reis-Sorten vorzufinden. Aber Vorsicht, denn „Reis“ ist nur der Name einer Marke, unter der eine ganze Menge Hülsenfrüchte verkauft werden. Ursprünglich bedeutet das Wort so viel wie Kapitän, heutzutage hört man es auch im politischen Kontext.

Pasta

„Ab wann sagt man eigentlich Pasta statt Nudeln?“ Eine interessante philosophische Frage. Da Pasta auch im Deutschen eigentlich ein Fremdwort ist, wird’s jetzt kompliziert: Das türkische Wort Pasta bedeutet nämlich Kuchen oder Torte. Daher passt auf, was ihr euch im Restaurant bestellt! Die richtige Übersetzung ist „makarna“, was verdächtig nah an „Makkaroni“ dran ist.

Text und Bild: Eva Feuchter