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Ich wünsche mir Solidarität…

Gedankenfragmente nach der Erdbebenkatastrophe

Die Ereignisse um die Erdbeben am 6.2.23 und in den darauffolgenden Tagen sind ein historischer und tief emotionaler Einschnitt. Beim Austausch im Team ist eines immer wieder klar geworden: Wir wünschen uns mehr Solidarität. Obwohl es kaum Worte gibt, haben wir versucht, unseren Wünschen, Hoffnungen und Gedanken Ausdruck zu verleihen. Eine Sammlung dessen lest ihr hier.

Ich wünsche mir Solidarität…

…für die Betroffenen des Erdbebens, v.a. die, die auch davor schon vulnerabel waren und auf Unterstützung angewiesen sind und Sichtbarkeit brauchen.

…für die Communities im Ausland, die auch über die Distanz hinweg mit den Geschehnissen verbunden sind und ihren Alltag meistern müssen.

…und volle Anerkennung des Ausmaßes dieser Katastrophe. Solidarität, die nicht versiegt, wenn die Insta-Stories wieder ihren gewohnten Gang nehmen.
Serap

…vom Rechtssystem und allen Rechtschaffenden. Dass Recht und Gerechtigkeit nicht auseinander klaffen, sondern Hand in Hand gehen. 

Sevda


…von den Medien. Zuallererst Respekt und Anstand: Dass sie weder Clickbaiting mit Trauer und Schmerz betreiben, noch Hass und Rassismus schüren. Und genau, Solidarität, dass sie ihre Kraft nutzen, um Sichtbarkeit für die vielschichtigen Problematiken zu schaffen und dass sie gut recherchierte, wertvolle Informationen teilen, die zur Unterstützung der Menschen in Not beitragen – und das langfristig. Dass sie bitte bitte nicht gleich wieder vergessen.
Marie

…, die im Pendel zwischen Spaltung und Hoffnung nicht aufhört zu schreien. Ich wünsche mir, dass wir alle Freiwillige werden, die ihre Komfortzone für andere Menschen verlassen können. Wir stehen in einem Schuldverhältnis, in der alle füreinander haften. Ich wünsche mir, dass uns bewusst wird, dass wir Verantwortung füreinander tragen.
Kübra

Ich wünsche mir Solidarität…

…, die ein Auffangnetz ist für jene, die sich haltlos fühlen. Die sich im freien Fall der Angst und Trauer befinden. Ein starkes Netz, geknüpft von all jenen, die gerade Kraft und Mut und Hoffnung geben können. 

… die nicht versiegt.
Sabrina

…für alle Betroffenen des Erdbebens. Solidarität für alle, die geliebte Menschen verloren haben, die ihr Zuhause verloren haben, die Hoffnung und Vertrauen verloren haben. Solidarität für alle, die gerade Solidarität brauchen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Lebensstil. Solidarität, die nicht nur eine kurzfristige Reaktion ist, sondern langfristig und greifbar.
Fenja

…für die Menschen, die nie wieder so leben können wie bisher.
Für Menschen, denen das Recht auf Leben genommen wurde.
Für Menschen, die racial capitalism auf das Brutalste zu spüren bekommen haben.
Für Menschen, denen alles genommen wurde. Durch Gier, Macht, Ausbeutung!

Wir dürfen nicht länger warten. Gesellschaftliche Veränderung geht nicht von Institutionen aus. Veränderung sind wir – wir alle! Sich systematisch gegen autokratische und diskriminierende Politik zu organisieren ist dringlicher denn je.
Tuğba

…und ehrliche Anteilnahme. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der es Raum für Trauer und Schmerz gibt. In der nicht das Funktionieren an erster Stelle steht, sondern ein offener, warmer und zugewandter Umgang miteinander. Eine Gesellschaft, in der wir der Härte des Weltgeschehens gemeinsam begegnen, Ungerechtigkeiten benennen und bekämpfen, aufeinander Acht geben, uns gegenseitig trösten und einander Hoffnung geben. 

Marlene

Was sind eure Wünsche nach Solidarität? Schreibt sie uns gern hier, wir fügen sie hinzu!

Ihr möchtet ganz konkret etwas tun und Betroffene des Erdbebens unterstützen? Hier findet ihr eine Liste an Organisationen, die ihr finanziell unterstützen könnt.

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