Das bi’bak lädt ein zu den Veranstaltungen “BITTE ZURÜCKSPULEN/Deutsch-türkische Film- und Videokultur in Berlin” am 28.-29. November 2019.

Bei Screenings und Diskussionen gehts um die Wiederentdeckung der deutsch-türkischen Film- und Videokultur, welche die postmigrantische Gesellschaft bis heute prägt.

Mit der Arbeitsmigration aus der Türkei etablierte sich über die Jahre auch die türkische Filmkultur in West-Berlin. Angefangen mit Vorführungen türkischer Filme in Berliner Kinos, eroberte in den 1980er Jahren die Videokassette den Markt. Videoabende wurden zu wichtigen familiären Events, das Video-Verleihgeschäft boomte. Neben dem Import von Filmen aus der Türkei wurden auch in Deutschland Videos produziert, in denen Migrationserfahrungen und Identitätsfragen thematisiert wurden.

✧ Donnerstag, 28. November 2019 ✧
BITTE ZURÜCKSPULEN: Türkische Videokassetten in Deutschland
Screening, Vorträge und Diskussion
Doors open: 19:30, Start: 20:00

Mit Replaying Home hat Can Sungu eine Video-Collage geschaffen, welche anhand von ausgewählten Ausschnitten aus türkischen Filmen, die in den 1970er und 80er Jahren in Deutschland gedreht wurden, eine neue Narration etabliert. Der Film lädt zu einer Reise durch ein fiktives Universum ein, das auf Stereotypen, Kulturschock, Okzidentalismus, Heimweh und den Traumata des Lebens in der Fremde basiert. Erweitert durch Videoschnipsel und Vorträge, gibt die Veranstaltung Einblicke in die türkische Film- und Videokultur in Deutschland und diskutiert die Rolle, welche diese Filmkultur in der deutschen Kulturgeschichte und Erinnerungskultur einnehmen sollte.

✧ Freitag, 29. November 2019 ✧
BITTE ZURÜCKSPULEN: Remake Remix Rip-Off
Im Anschluss an den Film Gespräch mit Cem Kaya
Doors open: 19:30, Start: 20:00

Die türkische Yeşilçam-Filmindustrie war in den 1960er und 70er Jahren einer der größten Filmproduzenten der Welt. Da das Fernsehen erst Mitte der 70er Jahre Einzug in türkische Wohnzimmer hielt, war Kino neben dem Radio das einzige und günstigste Massenmedium. In den großen Open-Air-Kinos des Landes wurden mehrere Filme hintereinander gezeigt. Häufig wurde das Kinoerlebnis mit einem Picknick verbunden. Cem Kaya, der mit Yeşilçam-Filmen aus den türkischen Videotheken in Deutschland aufwuchs, zeichnet in seinem Dokumentarfilm die Kopierpraxis der türkischen Filmschaffenden von den Anfängen des türkischen Kinos bis hin zu den heutigen Fernsehserien nach. Die Arbeiten an seinem Kompilationsfilm erstreckten sich über sieben Jahre, in denen tausende Filme gesichtet und etwa hundert Interviews geführt wurden.



Konzept und Recherche von Can Sungu
Mit Beiträgen von Ömer Alkın, Cem Kaya u.a.