Der Design&Photography Workshop von Don’t Wait lud Ende Mai 2015 dreizehn Studierende aus Deutschland und dem Iran nach Istanbul ein. Dort konnten sie über zehn Tage einen Einblick in die Stadt und ihre Vielfalt bekommen und zu eigenen Projekten inspiriert werden.

In dieser Serie stellen wir die Studierenden, ihre Arbeiten, Erlebnisse und Gedanken zu Istanbul vor.  In diesem Artikel: Christina Hasenauer und Theresa Kottas-Heldenberg. Beide stellten sich der Herausforderung eines Fashion-Shootings im Bezirk Balat und versuchten, ihren eigenen Stil im Shooting zu verwirklichen und in ihrer eigenen Ausdrucksform sicherer werden. Im Mittelpunkt stand die neue Sommerkollektion von Seven Days.

Theresa Kottas-Heldenberg

Theresa, die auch den Künstlernamen „Anniev Kosta” nutzt, hat im Rahmen des Fashion-Shootings verschiedene Geschichten und Momente mit ihrer Kamera festgehalten und erzählt. Sie integrierte auch die Atmosphäre der Umgebung in ihre Bilder. Fotografiert wurde in Balats Gassen – „ein altmodisches, heruntergekommenes, buntes, tradionelles Viertel”, so wirkte Balat auf Theresa.

Auch wenn diese Art der Kulisse eine Inspiration für Theresa bot, sieht sie dieses Stadtviertel mit seinen kleinen bunten verzierten Häusern nicht als das Richtige für ihre eigenen Arbeiten. „Statisch und powermächtig muss es sein”, sagt sie. Auf die Frage „Warum?” antwortet sie, dass es etwas mit ihrem Charakter zu tun habe. Sie sei eher der raue Typ, sagt sie. Was nicht heißt, dass sie nicht liebenswert sei, fügt Theresa hinzu und lacht. Sie möchte in ihren Fotografien ihren eigenen Blickwinkel ohne Einfluss von Emotionen ausdrücken, den Moment festhalten. Dabei ist es ihr wichtig etwas Surrealistisches, Eigenes mit reinzubringen.

Neben der Entwicklung ihrer eigenen Arbeiten empfand die Fotografiestudentin ihren Aufenthalt in Istanbul als Chance neue Einblicke in Themen zu gewinnen, die außerhalb ihres eigenen Feldes liegen, wie zum Beispiel ein Blick hinter die Kulissen einer Jeansfabrik oder der Vortrag einen Streetfotografen.

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Christina Hasenauer

Auch Christina setzte sich mit ihrer Umgebung auseinander. “Ich liebe Herausforderungen. Und hier, in einer fremden Stadt die Umgebung zu erobern ist so eine Herausforderung.”, sagt sie.

Auch sie entschied sich, am Fashion-Shooting in Balat teilzunehmen und ihr eigenes Projekt darauf zu bauen.
Dabei sieht Christina ihre Interessen in der Fotografie nicht ausschließlich im Bereich der Fashion. Für sie ist der Mix zwischen Fashion, Portrait und inszenierter Fotografie interessant. “Ich kann das Model nie nur als Objekt oder Leinwand sehen. Deshalb werde ich nie reine Fashion-Fotografin sein.”
In Christinas Bildern soll das Model eine visuelle Geschichte erzählen.  Christina entschied sich bei ihrem Shooting dazu, mit Absurdität zu spielen. Seltsam, so sollten die Fotos wirken. Christina hatte von Beginn an genaue Vorstellungen im Kopf und beschrieb ihrem Model exakt, wie es sich zu geben hatte. Die gemeinsame Arbeit mit dem Model und das Umsetzen ihrer eigenen Ideen machte ihr viel Spaß. “Das Model passte auch vom Ausdruck her genau zu meinen Vorstellungen”, erzählt sie.
Der Shoot war für Christina eine tolle Erfahrung und zeigte ihr einmal mehr, in welche Richtung sie in der Fotografie gehen will.

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In dem Workshop von Don’t Wait konnten die Studierenden unterschiedliche Felder der Fotografie entdecken, Neues ausprobieren und den eigenen Stil finden und festigen. Anhand von Theresas und Christinas Projekten kann man sehen, dass die Studierenden schon sehr genau wissen, wie sie ihre Modelle und sich selbst in der Fotografie positionieren. 

Mehr über den Workshop von Don’t Wait findet ihr in dem Artikel “Workshop von Don’t Wait in Kooperation mit MAVIBLAU“. Weitere Interviews mit den Studierenden findet ihr hier