Von der Back-Oase in der Hermannstraße über die Imbiss-Oase am Alexanderplatz hin zum Wasserpfeifen-Paradies in der Karl-Marx-Straße oder dem Paradise Nails in der Erkstraße. Berlin ist voll von Oasen und Paradiesen jeglicher Art – doch warum eigentlich? Und wie passt das ewige Streben nach einem Ort, in dem alles im Überfluss vorhanden ist, in den urbanen, konsumorientierten Raum? Der türkische Künstler Can Sungu hat sich auf die Suche nach dem Warum begeben und in dem Buch “Welcome to my paradise!” fotografisch festgehalten.

Can Sungu studierte Film und Visuelles Kommunikationsdesign an der İstanbul Bilgi Üniversitesi und an der UdK Berlin. Neben zahlreichen Ausstellungen und Workshops in ganz Europa ist er auch Mitgründer des interkulturellen Projektraums bi’bak (tk. für “Schau mal”) in Berlin-Wedding, der sich zwischen Kunst, Wissenschaft und Nachbarschaft mit innovativen transdisziplinären Vermittlungskonzepten einen Namen gemacht hat.

Das Forschungsinteresse des Künstlers gilt den Hybridformen und Transformationen im sozialen und urbanen Kontext, die durch Mobilität, Migration und Tourismus entstehen können und Raum eröffnen für neue Identitäten und Lebensweisen. Wie in dem Projekt “Welcome to my paradise!” zeichnet sich die ästhetische Dimension dieser Prozesse im städtischen Raum ab und bringt Bildwelten und kulturelle Vorstellungen in den gemeinsamen realen Raum. In diesem Fall: den Raum des Konsums. Milch und Honig oder doch eher Teppiche und Pommes?

Religion, Identität und Gesellschaft werden zwischen Nageldesign und Wasserpfeifen verhandelt. Hier ein Einblick in das außergewöhnliche Projekt:

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Weitere besondere Fotoprojekte findet ihr in der Begegnung zwischen Impressionismus und Istanbul oder in den Bildmanipulationen von Nur Gürel. Ein Blick lohnt sich!

Text: Aylin Michel
Redaktion: Judith Blumberg
Fotos: Can Sungu