Am  Wochenende findet vom 6. bis 8. September im Haus der Kulturen der Welt ein Themenwochenende zum NSU-Prozess statt.

11. Juli 2018 wurde das Urteil im sogenannten NSU-Prozess am Oberlandesgericht München gesprochen: Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe bekam wegen zehnfachen Mordes lebenslange Haft. Die vier anderen Hauptangeklagten hingegen kamen mit milderen Strafen davon oder konnten nach dem Urteil sogar das Gefängnis verlassen. Viele Fragen nach den Helfer*innen und Helfershelfer*innen sind noch immer offen.

Gespräche mit den Nebenklägerinnen, eine Installation und Workshops stellen das Wissen der Angehörigen der Mordopfer in den Mittelpunkt. Im Zentrum stehen die Ehefrauen, Töchter und Mütter der Mordopfer, die im NSU-Prozess als Anklägerinnen über viele Jahre aktiv versuchten, ihr Wissen und ihre Analysen in den Prozess einzubringen. Doch wurden sie nicht gehört. Die Veranstalung soll ihnen einen Stimme geben und einen Raum erschaffen, der das Zuhören als solidarisch-politische Handlung ermöglicht.

Kuratiert von Aysun Bademsoy (Filmemacherin, Drehbuchautorin) und Ayşe Güleç (Pädagogin, Kunstvermittlerin, aktivistische Forscherin)

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Aysun Bademsoy ist deutsch-türkische Filmregisseurin und Drehbuchautorin. 1960 in Mersin geboren, kam sie 1969 mit ihren Eltern nach Berlin.  Seit 1989 dreht sie Dokumentarfilme.  Im Jahr 2016 war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya.

Ayşe Güleç arbeitet als Diplom-Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin im Kulturzentrum Schlachthof in Kassel. Zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit zählen die Themen Migration, Bildung und kulturelle Bildung. Zudem ist sie in selbstorganisierten Initiativen und anti-rassistischen Netzwerken aktiv.