Die Geschichte von Dilşad Budak Sarıoğlu als „Migrantin“ in Deutschland und später als „Re-Migrantin“ in der Türkei wurde unter dem Namen „Türkland“ in Form einer Leseperformance auf die Bühne gebracht. Die Leseperformance, die auf ihrem autobiographischen Roman basiert und in Kooperation mit dem Theater Entropi Sahne sowie MAVIBLAU am 17.12.2017 aufgeführt wurde, wurde mit Begeisterung aufgenommen. Die nächste Aufführung findet am 1.3. 2018 wieder im Luzia statt.

Die junge Autorin, die sich an ihrem Hochzeitstag an die Höhepunkte ihres bisherigen Lebens zurückerinnert, stellt sich hierbei existenzialistischen Fragen über das „Sein“, vor allem aber über das „Sein“ in Zwischenräumen. Dargestellt wird die Selbstfindung einer Frau durch eine entwurzelte Kindheit, eine konfuse Jugend und dem später harten Erwachsenendasein, verfolgt von einem allgegenwärtigen Gefühl der fehlenden „Zugehörigkeit“. Mit einer manchmal humorvollen und manchmal schwermütigen Haltung stellt sich die Protagonistin abstrakten Begriffen wie „Identität!“ und „Heimat!“. Dabei hinterfragt sie die traditionelle Auffassung und Bedeutung dieser Definitionen. In einer Welt, in der sich alle paar Jahre die Bezeichnung ihrer „Identität“ zu verändern scheint – von „Gastarbeiterkind“- „Asylantenkind“- „Deutsche mit Migrationshintergrund“ bis hin zu „Deutsch-Türkin“-, wird der rote Faden durch das Begriffs- und Gefühlschaos gesucht.

Performt von Dilşad Budak Sarıoğlu in Begleitung von Ilgıt Uçum, gleichzeitig auf deutsch und türkisch, erntete die intermedial inszenierte Leseperformance am Ende minutenlangen Applaus. Die nächste Aufführung wird am 17.12.2017 im Entropi Sahne in Kadıköy/Istanbul aufgeführt und weitere Aufführungen in der Türkei sowie im kommenden Jahr in Deutschland sind bereits in Planung.

Text: Neslihan Yakut
Bilder: Navid Linnemann