In Istanbul nennt man sie mahalle, in Berlin Kiez, in Köln sind es Veedel. Ein Kölner Veedel bekommt nächstes Wochenende, vom 6. bis 8. September, besonderen Besuch. Nurduran Duman liest auf dem Europäischen Literaturfestival in Köln-Kalk.

Nurduran ist 1974 in Çanakkale geboren und hat bereits mit 8 Jahren ihr erstes Gedicht geschrieben. Vielleicht hat ihre Liebe zum Meer sie in die Stadt am Bosporus getrieben, an der Technischen Universität Istanbul hat sie Schiffbau und Schiffstechnik studiert und zurzeit lebt sie auch in Istanbul. Ihre Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt und  2018 war sie die zweite von zehn Dichterinnen, die im Kontext des internationalen Weltfrauentages auf die #IWD18 Liste von „Modern Poetry in Translation“ gewählt wurde.

Lyrik? Literatur? Das ist nicht meins, interessiert mich nicht, geh ich nicht hin, mögt ihr vielleicht denken, aber die “KLiteratur” will das so nicht hinnehmen. Wer ist jetzt die KLiteratur? Eine junge, frische Literaturzeitschrift aus Köln, die aus den Ideen junger Studierender entstand. Die beiden Gründer der KLiteratur verdächtigten den Literaturbegriff, zu einseitig verwendet zu werden.

Einerseits wurde ihnen in Vorlesungen gesagt, dass Literatur alles sei, was vom Leser so empfunden wird. Andererseits prägen immer noch die klassischen Namen und die Haltung ‘Literatur ist das, was ich nicht verstehe’, den allgemeinen Konsens jener, die sich mit Literatur nicht näher beschäftigen möchten, so Jonas Linnebank, einer der beiden Herausgeber der KLiteratur.

Darum musste eine Zeitschrift her, die Literatur in möglichst verschiedenen Facetten präsentiert und Möglichkeitsräume eröffnen soll, Literatur auf viele verschiedene Arten zu verstehen. Konkret heißt das, es ist egal, ob sie „direkt UND schön oder kompliziert UND treffend oder verständlich UND verschwurbelt“ ist, so Jonas.

Die KLiteratur soll aber nicht bloß eine Zeitschrift bleiben, sondern eine Plattform zum austauschen und gemeinsamen arbeiten werden. Außerdem soll ein Raum entstehen, in dem Literatur gehört, geschaffen und gefeiert werden kann.

Unter diesem Stern steht auch das Europäische Literatur Festival Köln- Kalk, das von KUNTs e.V., Integrationshaus e.V., parasitenpresse, wie KLiteratur organisiert wird  und durch Lesungen, Musik, Tanzperformance und einer Kunstperformance von Gizem Güvendağ bereichert wird. Allein schon, dass das Festival in Kalk stattfindet, ist ein Grund zu kommen. Kalk ist eines der internationalsten und buntesten Veedel von Köln und nachdem die Lyrikerin Nurduran Daman auf der poetica 3 Jonas von der KLiteratur fragte, wo denn die Menschen mit türkischer Zuwanderergeschichte seien, von denen man doch hört, dass viele von ihnen in Köln leben, wird Kalk sicherlich ein Gesicht der Stadt zeigen können, das auch einen großen Teil der Identität Kölns ausmacht.

Kommt zum Festival und kommt am Samstag um 18 Uhr, wenn Nurduran Daman in der Festivalbase am Ottmar Pohl Platz frisch aus Istanbul ihre Lyrik in Köln- Kalk präsentiert. Maviblau ist auf jeden Fall dabei. Party in der Tanzfaktur ist auch dabei.

Mehr zu Nurduran Daman findet ihr hier. 
Mehr Informationen zu dem Festival bekommt ihr hier.

Text: Carina Plinke
Foto: Europäisches Literaturfestival Köln-Kalk, Sena Ertam Ünsal