Hanau hat uns mitten ins Herz getroffen. Die Trauer, die Angst, die Wut haben viele Menschen so treffend in Worte gefasst. Deswegen sammeln wir hier einige der Reaktionen auf den rechten Terrorakt in Hanau. Weil es so wichtig ist, diese Stimmen zu hören. Weil diese Lebensrealitäten und Forderungen an Gesellschaft und Politik sichtbar sein müssen. Und weil sie uns zeigen: Wir sind nicht allein. Wir sind laut. Gemeinsam stehen wir ein, für eine solidarische, antirassistische Gesellschaft.

 


“Auf höchster staatlicher Ebene sollte es eine Beschwerdestelle für die Angehörigen geben, wo sie jede Diskriminierung und jedes Nicht-Zuhören, Nicht-Ernstnehmen, jede Ungeduld melden können, die Definitionshoheit über ihre Beschwerde behalten und sofort Abhilfe bekommen. Außerdem bedeutet Beistand politisch, dass es ihre Stimme sein muss, die jetzt zählt.” – Deniz Utlu


“Ich frage mich, was ist so schwer daran zu verstehen, dass nicht jeder Rassist psychisch krank ist und nicht jeder psychisch Erkrankte rassistischen Terror ausübt? Rassismus ist keine Krankheit, sie ist strukturelle Diskriminierung und immer noch fester Bestandteil der Gesellschaft.” – Nadire Y. Biskin


“Jeden Tag machen nicht-weiße Deutsche viele rassistische Erfahrungen, die nie ans Tageslicht kommen. Dafür müsste man öfter mit ihnen reden oder sie am besten selbst zu Wort kommen lassen.” – Kaan Bağcı


“Es waren Menschen, keine Fremden, die sterben mussten. Es war keine Fremdenfeindlichkeit, sondern Rassismus. Er tötet. Diejenigen, die davon betroffen sind und diejenigen, die sich für eine demokratische Grundordnung einsetzen und sich gegen Hass und Hetze positionieren.” – Hadija Haruna-Oelker


“Was empfinde ich nach dem rassistischen Anschlag von Hanau? Trauer. Mitgefühl. Mitleid. Wütende Entschlossenheit.” – Gilda Sahebi


„Die Frage ist nicht nur wie wir direkt und zeitnah reagieren, sondern ob wir den Zusammenhang von rechtem Terror und dem, was sich in der Mitte unserer Gesellschaft abspielt, begreifen.“ – Ozan Zakariya Keskinkılıç

Foto: Aliş Hüseyin Karataş